Ein amerikanischer Forscher startet 2012 ein interessantes Projekt. Eigentlihc wollte er „nur“ wissen wieviele Rechner es wohl gibt, die mit Standard-Passwörtern erreichbar sind. Er weitete das Projekt aus auf alle Rechner die im Internet erreichbar sind.

Aber wie weiß man, welche Rechner im Internet erreichbar sind und ob man alle erreicht hat?

Die Technik

Jeder Computer, der an das Internet angeschlossen ist erhält eine so genannte IP-Adresse. Das ist eine Zusammenstellung von vier Zahlen wovon jede zwischen 0 und 255 liegen kann. Mit diesem Adressbereich sind theoretisch ca. 4,3 Mrd Internetknoten möglich. Das ist viel, ja. Zuviel um händisch an die Sache heran zu gehen. Deshalt wurde ein Programm entwickelt welches automatisch alle Bereiche der IP-Adressen anspricht. Dafür wurde ein so genannter PING-Befehl verwendet. Das Prinzip stammt von U-Booten: Man sendet ein Signal aus und wenn der Empfänger dieses erkennt antwortet er. Nur, dass es ihn gibt, sonst nichts.

Mehr ist auch nicht nötig. Weil der Forscher wollte ja nur wissen wieviele Rechner es gibt. Er ließ also sein Programm laufen, mehrere Tage oder sogar Wochen lang.

Das Ergebnis

Sein erstes Ergebnis waren natürlich enorme Mengen an Daten. Er überlegte also wie er diese visualisieren sollte. Die Antwort war einfach und clever. Für die global erreichbaren IP-Adressen gibt es eine zentrale Verwaltungsbehörde – weil sonst würde das totale Chaos im Internet herrschen. Für jede IP-Adresse ist dort festgelegt „wem“ sie gehört, also auch die Adresse. Somit kann jeder Rechner im Internet geografisch zugeordnet werden. Was liegt also näher als die Ergebnisse des Suchprogramms in eine Karte einzutragen.

Gesagt, getan. Und zusätzlich wurden die Ergebnisse noch in zeitlichen Abständen dargestellt. Das Ergabnis ist eine Landkarte, wie sich das Internet bzw. die Rechner darin im Verlauf eines Tages verhalten. Sehen Sie auf der folgenden Karte den Tag-Nach-Zyklus der Internetaktivitäten als Animation. Rote Punkte bedeuten viel Aktivitäten (Tag), blaue Punkte entstanden nachts.

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Schön anzuschauen: Das Internet dreht sich im Einklang mit der Erde.

Anmerkung: Die erwähnten 4,3 Mrd IP-Adressen des so genannten IPv4 Adressbereiches sind schon nicht mehr genug. Heute arbeiten wir mit einem erweiterten IPv6 Adressbereich. Genug um auf jedem Quadratmeter unsrer Erde bis zu 1.500 Internetknoten unterzubringen. Vom Marianengraben bis zum Mount Everest.

Wenn das Internet schläft
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