Die Industry of Things (oder Industrial Internet of Things IIoT) ist ein weltweiter Trend, der das IoT in alle Bereiche der Industrie bringt. Von der Produktion, Logistik, dem Betrieb von Maschinen bis zu deren Wartung – über den gesamten Product-Life-Cycle.

Das betrifft die gesamte Industrie, die immerhin über 60% der Brutto-Inlandsprodutke der 20 wichtigsten Industrieländer (G20). Der wichtigste Schwerpunkt des IIoT ist sicher die Steigerung der Produkteffizienz. Die produzierende Industrie konnte schon bisher eine Steigerung der Produktivität von bis zu 30% erreichen. Möglich wurde das vor allem durch Automatisierung und höhere Flexibilität der Fertigungsprozesse.

Vorausschauende Wartung und Ferndiagnose sind zwei weitere Ansatzpunkte zur Kostenreduktion – vor allem bei Stillstandzeiten und Reparaturen. Das britische Unternehmen Thames Water etwa, einer der größten Nutz- and Abwasserdienstleister auf der Insel, vernetzt eine Vielzahl von Sensoren miteinander. Die Analyse dieser Daten, verknüpft mit Wetterprognosen, hilft dem Unternehmen, seine Systeme und Komponenten stets optimal zu betreiben.

Aber das ist noch nicht das Ende der Möglichkeiten mit IIoT. Das größte Potenzial, und deshalb der stärkste Trend in der produzierenden Industrie weltweit, ist der Wandel von bisherigen reinen Herstellern von Produkten hin zu umfangreichen Dienstleistern. Damit eröffnen sich neue Umsatzmöglichkeiten mit deutlich höheren Margen als man das bisher im reinen Maschinenmarkt kennt. Es gibt schon Firmen, die diesen Weg eingeschlagen haben, so zum Beispiel General Electric, CNH, CLAAS, Michelin oder ZF Friedrichshafen.

Michelin etwa hat sich vom reinen Reifenlieferanten gewandelt zu einem umfassenden Dienstleister, der Reifen-Sensordaten in Echtzeit auswertet und seinen Kunden optimierte Wartungsinformationen bereitstellt. General Electric (GE) produziert unter anderem Lokomotiven. Früher verlief das nach dem Schema produzieren – verkaufen – vergessen. Heute bietet GE ein umfangreiches Service für den Betrieb an. Mehr als 250 Sensoren liefern 150.000 Datenwerte pro Minute zur Auswertung in die Cloud. GE hat damit ein erfolgreiches Geschäftsmodell aufgebaut. Und die Kunden bekommen die Sicherheit, dass ihre Lokomotiven immer optimal in Schuss sind.

Ein weiteres Beispiel, wie sich die Geschäftsmodelle verbreitern können, kommt von CLAAS.

Landwirte können die Maschinen von CLAAS schon heute mit Autopilot steuern. Sie erhalten Hinweise wie sie Getreideverluste verringern und den Ernteertrag steigern können. Ebenso werden sie darauf hingewiesen, wie der Betrieb der Maschinen zu optimieren ist. Das Unternehmen ist Kooperationen mit anderen Organisationen eingegangen, um den Bauern Dienstleistungen und Informationen bereitstellen zu können. Das Ganze läuft bei CLAAS über einen neuen Marktplatz, dem so genannten 365FarmNet.

Das IIoT prägt den Wandel von bisher rein produktorientiert auftretenden Unternehmen, hin zu hybriden Geschäftsmodellen. Produkte bleiben weiter eine Kernkompetenz, aber Dienstleistungen mit Informationen wirken ergänzend. Und sie tragen immer stärker zur Umsatz- (und vor allem Gewinn-) Steigerung bei.

Quellen: accenture technology, CNET

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