Egal ob Google, Yahoo oder bing. Suchmaschinen leben von der Sammlung und Auswertung von Daten. Ideale Probanden also um sich mit deren Geschäftsmodell auseinander zu setzen. Schauen wir uns das anhand des so genannten 4C-Modells an.

Das 4C-Modell definiert vier grundsätzliche Geschäftsmodelltypen:

  • Content; Darstellung und Bereitstellung eigener Inhalte
  • Commerce; Anbahnung, Aushandlung und/oder Abwicklung von Geschäftstransaktionen
  • Context; Klassifikation und Systematisierung von verfügbaren Informationen
  • Connection; Informationsaustausches in Netzwerken

Quelle: Wirtz, B. W.: Electronic Business, Wiesbaden

Google als bekannteste Suchmaschine startete als so genannter Pure Player im Internet. Mit anderen Worten: Als Anbieter einer einzigen Dienstleistung, nämlich als reine Suchmaschine. Mittlerweile wurde und wird das Angebot jedoch systematisch so weit ausgebaut, dass alle vier Geschäftsmodelltypen vertreten sind.

Content

Content gibt es bei Google aus den verschiedensten Interessengebieten, zum Beispiel: Bilder, Videos, Wetter, Bücher, Verkehr, Sport, Lifestyle, Spiele, News. Die Auflistung ließe sich noch lange fortsetzen. Wichtig ist bei all diesen Angeboten immer die Aktualisität. Je zeitnaher eine Information ist, desto interessanter (und somit geschäftsträchtiger) ist sie.

Commerce

Wie suchen Sie nach einem Produkt das Sie gerne haben wollen? Genau: Sie gehen auf Google, geben den Produktnamen ein und „en voila“ –  schon bekommen Sie Links zu Geschäften wo sie dieses Produkt super billig erstehen können. Das ist kein Zufall. Die Anbahnung von Geschäften für und mit Drittanbietern ist ein wesentlicher Bestandteil der Suchergebnisse.

Context

Das ist das eigentliche Kernmodell von Google & Co. Eine Möglichkeit, dass sich die Besucher im sonst unudrchsichtigen Dschungel des Internet irgendwie zurecht finden können. Dass dabei Google vorgibt was wir sehen (oder nicht) und auf welchen Weg wir geführt werden, das ist eine andere Sache.

Connection

Hier liefert Google ein Meisterstück ab. Einmal anmelden und alle Dienste nutzen: Google Mail, Analytics, Maps, Google Plus, Börsenkurse und was nicht noch alles. Ein großer Nutzen für uns als Anwender, noch dazu gratis. Oder vielmehr: Wir bezahlen mit den Daten, die wir durch die Nutzung liefern, und das personenbezogen.

Gerade Google versteht es, mit cleveren Services, die vorranging nicht einmal etwas kosten, ein klassisches indirektes Geschäftsmodell aufzubauen. Sehr erfolgreich.

Erlösmodell

Womit macht Google seine Milliardenumsätze? Die schnelle Antwort ist natürlich: Werbung. Das ist korrekt. Immer noch besteht der Großteil des Umsatzes aus Werbeschaltungen. Da hilft natürlich auch die quasi globale Monopolstellung sehr. Denn je mehr eine Suchmaschine frequentiert wird, desto teurer kann eine Werbeeinschaltung sein.

Die Attraktivität für den Werbemarkt steigt auch dadurch, dass Werbung noch viel gezielter eingesetzt werden kann. Durch die Möglichkeit der kontextabhängig eingeblendeten Werbung. Hinter dieser „kontextbezogenen“ Werbung verbirgt sich das größte Geheimnis aller Suchmaschinen: Ihre Algorithmen die bestimmen welches Suchergebnis wir an prominenter vorderer Stelle präsentiert bekommen, und was unter ferner liefen gezeigt wird.

Je mehr Informationen eine Suchmaschine zur Berechnung der Suchergebnisse hat, desto passender lassen sich die Ergebnisse für die Kunden aufbereiten. Kunden, das sind nicht wir Suchenden, sondern die Unternehmen, welche für Werbung bezahlen. Das, und nur das, ist der Grund warum alle Suchmaschinenbetreiber eine Vielzahl von super tollen und kostenlosen Diensten anbieten, die wir fleißig nutzen – und Daten liefern. Für eben jene kontextbezogene Suchergebnisse, idealerweise persönlich zugeschnitten auf jeden von uns.

Uns muss bei alldem klar sein: Google & Co wollen uns nicht die für uns besten Ergebnisse liefern. Es geht vielmehr um jene Trefferliste, die den Werbefirmen möglichst viel Geschäft bringt. Je mehr diese Firmen durch Werbung auf einer Suchmaschine verkaufen, desto mehr bezahlen sie.

Desto mehr Umsatz machen Google, Yahoo oder bing.

Warum soll ein solches Grundprinzip nicht auch für industrielle Produkte und Dienstleistungen funktionieren?

Meine Antwort: Klar funktioniert es. Man muss aber das richtige Geschäftsmodell definieren und auf die eigenen Gegebenheiten anpassen. Das Zauberwort heißt „Daten“, die virtuelle Ware mit der größten Wertsteigerung und dem höchsten Deckungsbeitrag.

Das Geschäftsmodell von Suchmaschinen
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