Ein früherer österreichischer Bundeskanzler hat einmal gesagt: „Sie haben Visionen? Dann brauchen Sie einen Arzt“. Heute würde man in den Management-Ebenen moderner Unternehmen diesen Satz eher umdrehen: „Sie haben keine Vision? Dann brauchen Sie Hilfe“.

Die Digitalisirung bietet zahllose Möglichkeiten für neue Ideen – sei es für Produkte, Dienstleitungen oder komplette Geschäftsmodelle. Man muss sie „nur“ erkennen, finden und ausbauen. Doch wie die Ergebnisse der Digital Agenda-Studie der Firma DXC Technology zeigen, schätzen wenige Manager die Innovationskraft ihres Unternehmens als wirklich exzellent ein. Nur knapp zehn Prozent geben an, dass sie in der Zusammenarbeit mit kreativen Köpfen einen Top-Reifegrad für Innovation erreicht haben. Dies gilt sowohl innerhalb des Unternehmens als auch für externe Partner.

Speziell in den Chefetagen fehle es an nötigen Visionen, um neue digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln und zügig „auf Schiene“ zu bringen. Davon ist knapp jede zweite Fach- und Führungskraft überzeugt. Sollten digitale Projekte tatsächlich initiiert wurden, besteht das Risiko, dass eher „traditionell“ eingestellte Bereichsleiter wenig mit oder sogar dagegen arbeiten. Oft haben diese Mitarbeiter ein Problem damit, einen etablierten Prozess zu verändern, solange er noch einigermaßen reibungslos läuft. Von diesem Phänomen berichten rund 60 Prozent der befragten Entscheider.

Was kann man also tun um diese trägen Strukturen zu entschärfen? Wenn vorhandene Strukturen keine Modernisierung vertragen, dann hilft manchmal nur, neue Strukturen zu schaffen. Das klingt zwar im ersten Moment ineffizient, oft aber ist es einfach die bessere Lösung, neue Innovationen in parallelen neuen Strukturen autonom und mit der Geschwindigkeit arbeiten zu lassen, wie es moderne digitale Geschäftsmodelle erfordern.

Dabei sollte noch ein Leitsatz die Schlaggeschwindigkeit mitbestimmen: Klotzen, nicht kleckern. Was nichts anders bedeutet als in einem großen Ziel zu denken, aber durchaus einmal kleiner beginnen. Eben wirklich visionäer denken, nicht kleinkrämerisch. Und auf der operativen Ebene ein passendes Risikomanagement implementieren.

Unternehmen, die sich digitalen Plattformen verweigern, riskieren damit, erfolgskritische Entwicklungen komplett zu verpassen. Dass solche Lösungen erheblich an Bedeutung gewinnen werden und Unternehmen mitziehen müssen, um zu überleben, ist nur eine Frage der Zeit. Das sehen die Befragten der genannten Studie auch selbst.

Spätestens in 10 Jahren würde nach deren eigener Meinung ohne Digitalisierung kein Geschäftsmodell mehr exisitieren können.

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