Kennen Sie den Begriff „Connected Wildlife“? Ich bisher auch nicht. Das hat sich aber heute geändert, als ich eine Presseaussendung von IBM gelesen habe.Es ging darin um ein Forschungsprojekt zum Schutz von Nashörnern. Deren Bestand ist durch Wilderer seit Jahren akut gefährdet. Das Problem dabei: Es gibt viel zu wenig Wildhüter, um die riesigen Savannen und Steppen flächendeckend und dauerhaft bewachen zu können. Ein ganz neuer und wirklich innovativer Ansatz funktioniert mittels IoT. Er verbindet moderne Sensorik, Telematik und Datenanalysen clever miteinander um dem Problem auf eine ganz neue Art auf den Grund zu gehen.

Der Lösunsansatz ist im Grund ganz einfach. Wenn man keine Wildhüter immer und überall haben kann, dann muss man die Betroffenen – also die Tiere selbst – mit einbinden. Es werden einige Tiere mit speziellen Sensoren und Sendern ausgestattet, die ihre Bewegungsdaten in Echtzeit an einen Server übermitteln. Der Server sammelt die Daten und wertet sie aus. Und zwar nicht einfach nur nach aktuellen Aufenthaltsorten. Vielmehr geht es darum, vorausschauende Analysen aus bisherigen und aktuellen Bewegungsprofilen zu berechnen. Viele Tiere, vor allem wenn sie in einem Rudel zusammen leben, haben Verhaltensmuster, aus denen sich sehr genau ihre momentane Lebenssituation berechnen lässt.

Als Ergebnis erhalten die Forscher und Wildhüter Informationen darüber, ob irgendwo gerade ein Rudel von – zum Beispiel – Zebras ein Fluchtverhalten zeigen. Stimmen solche Muster mit der Population von Nashörnern überein und sind noch dazu gewisse Regelmäßigkeiten oder besondere Auffälligkeiten zu bemerkan (die z.B. nicht einem Löwenangriff entsprechen), dann liegt die Vermutung nahe, dass hier Wilderer ihrem zweifelhaften Gewerbe nachgehen.

Die Wildhüter erhalten diese Daten in Echtzeit, sowohl im Kommandozentrum, als auch mobil. Damit haben sie die Chance, viel schneller eingreifen zu können als bisher. Eine Technologie, die hoffentlich dazu beträgt, dass geschützte Rassen auch tatsächlich geschützt bleiben.

Ein „Internet der Tiere“ sozusagen.

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