Der Automobilmarkt steht weltweit vor einer fundamentalen Neuordnung. Auslöser für die Verschiebung der Marktgewichte ist die zunehmende Vernetzung der Fahrzeuge und die damit einhergehende steigende Nachfrage der Kunden nach Angeboten mit digitaler Vernetzung.

Das Connected Car hat das Potential, die Automobilbranche entlang aller Ertragsquellen sehr stark zu verändern. Nicht die Frage ob, oder ob nicht stellt sich, sondern wann und in welchem Umfang. Und natürlich: Wer? Die Kunden erwarten, dass ihr neues Fahrzeug vernetzt ist. Ob dieses Feature von Fahrzeugbauer oder jemand Anderen kommt, ist kein entscheidendes Kriterium.

Beim Autokauf spielen schon heute Angebote wie Echtzeit-Wartungsinformationen, ortsbasierte Empfehlungen, dynamische Stauprognosen oder Musikstreaming eine wichtige Rolle. Die Autohersteller müssen aufpassen, dass sie die Hoheit über die digitale Revolution nicht den Internetunternehmen überlassen. Bei manchen OEMs scheint es, als ob sie diesen Wettkampf schon verloren hätten. Andere arbeiten fieberhaft daran, die Nachteile, die sie gegenüber modernen Internet-Dienstleistern haben, zu reduzieren. Oder es wird an Kooperationen gearbeitet.

Für Automobilhersteller ist es daher entscheidend, an zumindest drei kritischen Punkten die Kontrolle zu bewahren:

  • Daten zum Zustand und zur Nutzung des Fahrzeugs sind Grundlage für viele neue Geschäftsmodelle und Dienste. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich viele Kunden um die Datensicherheit sorgen, ist dies ein entscheidender Kontrollpunkt. Die Betriebsdaten und das Wissen darum müssen die Kernkompetenz der OEMs sein und bleiben.
  • Die integrierte Bedienung (HMI) der ist ein Alleinstellungsmerkmal der Automobilhersteller. Neue Technologien wie beispielsweise Projektionen auf Windschutzscheiben, die diese Vernetzung intuitiv, komfortabel und sicher gestalten, bieten Herstellern die Möglichkeit, ihre Wettbewerbsfähigkeit in diesem Bereich zu behaupten.
  • Daten in Echtzeit zur Verkehrslage, Warnung vor Glatteis und ortsspezifische Dienste können nur über aktuelle Geoinformationen angeboten werden. Gemeinsam mit Sensordaten im Fahrzeug bilden diese die Voraussetzung für autonomes Fahren. Vernetzte Autos, die in den nächsten Jahren auf den Markt kommen, ebnen damit den Weg zum fahrerlosen Fahrzeug.

Je mehr sich Dienste und Anwendungen außerhalb des Fahrzeuges befinden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Fahrzeughersteller an diesen Lösungen nur am Rande – wenn überhaupt – partizipierenwerden. Zwar haben alle OEMs ihre Forschungsprojekte rund um V2X oder Smart City. Ob ein Automobilhersteller sich aber als Komplettanbieter in diese Welt begeben wird, ist stark zu bezweifeln.

Besser ist, sich auf seine Kernkompetenz zu konzentrieren, auf Änderungen rechtzeitig eingehen, und dort nicht Anteile zu verlieren.

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